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China.org.cn interviewt eine Verantwortliche der Frankfurter Buchmesse

2004/05/13

Von Feng Shuo

Die 53. Frankfurter Buchmesse ist gestern zu Ende gegangen. In einem Gespräch wollten wir uns mit der Planung und Organisation dieser weltweit größten Buchmesse vertraut machen und ebenfalls gerne wissen, wie die zuständigen Verantwortlichen das diesjährige Ereignis, insbesondere die von China präsentierte Buchauswahl, bewerten. Hierfür interviewte unser Sonderkorrespondent Sabine Kaldonek, Mitglied des Organisationskomitees der 53. Frankfurter Buchmesse und deren Chef-Pressesprecherin.

China.org.cn: Deutschland ist sowohl eine große Wirtschafts- als auch eine große Kulturnation. Was ist Ihre ursprüngliche Intention gewesen, jährlich diese großangelegte Buchmesse zu veranstalten? Welche Faktoren müssen Sie dabei berücksichtigen?

Kaldonek: Die Frankfurter Buchmesse ist jedes Jahr ein wichtiges Ereignis im Kulturbereich. Allerdings beschränken sich unsere Absichten nicht nur auf die Veranstaltung einer Messe.

Mit der ständigen weltweiten Entwicklung und Vertiefung der Globalisierung in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur sind Unterschiede und Konflikte zwischen einheimischen und fremden Kulturen verschiedener Länder und Regionen immer offensichtlicher geworden. Damit ist der Austausch zwischen verschiedenen Kulturen dringender geworden. Eine internationale Buchmesse zu organisieren, zielt auf die gegenseitige Ergänzung der Kulturen verschiedener Regionen ab. Man kann schnell feststellen, daß viele Länder, ob östliche oder westliche, mit verschiedenen Kulturen bei unserer Messe vertreten sind, um in der Form des internationalen Buchkulturaustausches die gegenseitige Aufnahme und gegenseitige Vermischung mehrschichtiger Kulturen zu verwirklichen. Selbstverständlich gibt es viele verschiedene Mittel für die Förderung des Kulturaustausches, darunter u. a. Aktivitäten mit dem Buch als Träger. Beispielsweise findet die diesjährige Buchmesse vor dem Hintergrund einer sehr besonderen internationalen Lage statt. Wie allgemein bekannt ist, besteht zwischen der traditionellen westlichen Kultur und der islamischen Kultur ein großer Unterschied. Die islamische Kultur ist für die westliche Welt nach wie vor relativ fremd, viele Westler haben noch nicht einmal grundlegende Kenntnisse der islamischen Kultur. Im Rahmen der Buchmesse lassen wir die kulturellen Botschafter aus den besagten beiden Regionen sich treffen und in der Form des Buchkulturaustausches sich gegenseitig besser kennenlernen und dann ihr gegenseitiges Verständnis vertiefen. Sie werden in Zukunft sicher auch weiter mehr Leute beeinflussen. Meiner Meinung nach ist das auch eines unserer Ziele.

China.org.cn: Warum wurden „Kriminalromane“ als das Hauptthema der diesjährigen internationalen Buchmesse festgelegt?

Kaldonek: „Kriminalromane“ haben nicht nur in Europa, sondern in der ganzen Welt, viele Leser. Das Marktpotential dieser Gattung ist weiter unschätzbar, daher ist sie als das Hauptthema dieser Messe festgelegt worden.

China.org.cn: Als ein neues Produkt der neuen Technologien finden elektronische Publikationen unter vielen Lesern großen Anklang. Welche Vorhaben hat die Frankfurter Buchmesse in diesem Bereich?

Kaldonek: Elektronische High-Tech-Publikationen und die Multimedia-Technologie sind unvermeidlich Produkte der wissenschaftlich-technischen Entwicklung der heutigen Welt. Von den gegenwärtigen Umständen ausgehend, wird die Frankfurter Buchmesse keine spezielle Ausstellungshalle für elektronische Publikationen bzw. Multimedia-Technologie einrichten, sondern jeder Teilnehmer, ob ein Land oder eine Organisation, kann je nach seinem eigenen Vermögen und seiner Fähigkeit flexibel hochtechnologische Mittel anwenden, um seine Exponaten zu präsentieren. Das heißt, daß, solange es die Bedingungen erlauben, jeder Teilnehmer an geeigneter Stelle in der Ausstellungshalle Multimedia-Einrichtungen installieren darf, um nach besten Kräften mit neuen und unmittelbar anschaulichen Mitteln den Zuschauern neue Konzepte nahe zu bringen.

China.org.cn: China nimmt nach wie vor aktiv an der Frankfurter Buchmesse teil. Für welche Publikationen Chinas interessieren sich die deutschen Leser Ihrer Meinung nach? Warum?

Kaldonek: Wir haben gesehen, daß die Bücher, die von den chinesischen Delegationen ausgestellt worden sind, Erfolge Chinas Entwicklung in den verschiedenen Bereichen relativ gut widerspiegeln. Dies ist für die deutschen Leser wie auch die deutsche Bevölkerung sehr wichtig. Wie wir alle wissen, haben Bücher bzw. Zeitschriften, die direkt auf Deutsch herausgegeben werden, die beste Wirkung. Daher hoffen wir, daß noch mehr chinesische Bücher verschiedenster Kategorien, die ins Deutsch übersetzt sind, direkt in Deutschland verkauft werden können.

Darüber hinaus interessieren sich die Deutschen nach wie vor für die traditionelle chinesische Kultur, z. B. klassische chinesische Werke, literarische Werke, die Kochkunst, die traditionelle chinesische Medizin und Heilkunde, den Tourismus, die Archäologie u. a.

Auch die von China herausgegebenen chinesisch-deutschen bzw. deutsch-chinesischen Unterrichtsbücher finden auf dem deutschen Markt guten Absatz. Dies ist ebenfalls ein wichtiger Teil des deutsch-chinesischen Kulturaustausches. In der heutigen Welt erhält China im Bereich der Wirtschaft kontinuierlich einen positiven und blühenden Entwicklungstrend aufrecht, was die Aufmerksamkeit aller Länder der Welt auf sich gelenkt hat. Auch aus diesem Grund interessieren sich viele Deutsche für Chinas Bücher. Daß während der Buchmesse eine große Anzahl der deutschen Leser die chinesischen Ausstellungsstände besucht haben, ist ein guter Beweis dafür.

China.org.cn: Welche offensichtlichen Unzulänglichkeiten haben Chinas Publikationen?

Kaldonek: Vielleicht ist inzwischen festgestellt worden, daß Deutschlands Publikationen, ganz gleich welchen Bereichs, die Popularisierung als ihr endgültiges Ziel betrachten, und was Layout und Einband anbelangt, die Leserfreundlichkeit betonen. Daher hoffen wir auch, daß Chinas Bücher, die in Zukunft nach Deutschland exportiert werden, insbesondere Wörterbücher und fachliche Bücher, dem deutschen Markt und der Gewohnheit der deutschen Leser entsprechend möglichst ein kleineres Format haben, um besser mitgenommen werden zu können und fürs Lesen praktischer zu sein.




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