| Bevölkerung und Nationalitäten |
| 2004/05/13 |
| Das Autonome Gebiet Tibet ist das bevölkerungsärmste Gebiet mit der geringsten Bevölkerungsdichte in China. Bei der vierten Volkszählung 1990 ergab sich eine Bevölkerungszahl von 2,196 Mio. Menschen im Vergleich zu 1,196 Mio. im Jahr 1950. Die Bevölkerungsdichte betrug im Durchschnitt knapp zwei Menschen pro Quadratkilometer. Ende 1994 betrug die Bevölkerungszahl Tibets 2,32 Mio.. Davon waren 2,236 Mio. Tibeter (96,4%), 66 000 Han (2,8%) und 18 000 (0,8%) Angehörige anderer nationaler Minderheiten. Bevölkerungszuwachs Seit 1970 liegen die Geburtenziffer und die natürliche Wachstumsrate der Bevölkerung im Autonomen Gebiet Tibet über dem Landesdurchschnitt. Von 1980 bis 1990 stieg die Zahl der Tibeter dort um 309 800, eine Wachstumsrate von 17,34 Promille, 2,64 Promille höher als im ganzen Land. In den letzten knapp zehn Jahren wuchs die Bevölkerung in Tibet jährlich durchschnittlich 38 000 Menschen. Gleichzeitig stieg das Gesundheitsniveau der Bevölkerung in Tibet schnell. Die durchschnittliche Lebenserwartung lag vor der friedlichen Befreiung bei 36 Jahren, so beträgt sie heute 65 Jahre. Seit Beginn der 70er Jahre wird in China die Politik der Familienplanung durchgeführt, deren Ziel die Ein-Kind-Familie ist. Für Tibet jedoch gilt eine Sonderregelung. Nur die in Tibet beschäftigten Kader, Arbeiter und Angestellten der Han-Nationalität sind an die Vorschriften der Familienplanungspolitik gebunden. Seit Anfang 1984 propagiert die Regierung des autonomen Gebiets allerdings auch eine Familienplanung bei den tibetischen Kadern und Angestellten sowie bei der Stadtbevölkerung. Ziel ist hier die Zwei-Kinder-Familie. Die Tibeter, die von dieser Forderung betroffen sind, machen etwa 12% der Gesamtbevölkerung aus. Bei der Durchführung der Familienplanung hält man am Prinzip der Freiwilligkeit fest. Zwangsabtreibungen sind verboten. Auf die Bauern und Hirten, die 88% der Gesamtbevölkerung ausmachen, treffen die Vorschriften der Familienplanung nicht zu. Sie werden über Methoden der Empfängnisverhütung sowie über die Gesundheitsvorsorge für Schwangere und die richtige Pflege und Ernährung der Kinder aufgeklärt. Das dabei verfolgte Ziel ist eine bessere Qualität der Bevölkerung. Die Gesundheitspflegeorgane der Regierung stellen den Bauern und Hirten, die freiwillig Maßnahmen zur Geburtenkontrolle ergreifen wollen, dafür sichere und zuverlässige Mittel zur Verfügung. Gegenwärtig liegt die Geburtenrate der Bevölkerung des autonomen Gebiets bei über 23 Promille, die Wachstumsrate liegt bei über 15 Promille. Um die Gesamtbevölkerungszahl zu beschränken, will die Regierung des Autonomen Gebiets Tibet eine Wachstumsrate von nicht mehr als 16 Promille erreichen. |